Schwindeltherapie -

Vestibuläre Rehabilitationstherapie (VRT)

Schwindelarten /-Therapien


Lagerungsschwindel

Lagerungsschwindel ist eine der häufigsten Schwindelarten. Unter Lagerungsschwindel versteht man vor allem jenen Schwindel, der auftritt wenn man sich "lagert" - sprich wenn man sich z.B. hinlegt, im Liegen umdreht, aufsteht, nach vorne beugt, ....

Die Ursache für diesen Schwindel ist zum überwiegenden Teil darin zu finden, dass sich Otholithen (auch als "Ohrsteinchen" bekannt) im Gleichgewichtsorgang gelöst haben und sich nun an einer Stelle befinden (in einem der 3 Bogengänge) an der Sie bei Bewegung Schwindel auslösen.

Behandlung
Nach genauer Diagnose und Feststellung der genauen Art des Lagerungsschwindel, kann mit dem entsprechenden "Lagerungsmanöver" der Schwindel reduziert und in vielen Fällen komplett behoben werden. 

Vestibuläre Hypofunktion (Gleichgewichtsprobleme)

Eine vestibuläre Hypofunktion - also eine Unterfunktion des Gleichgewichtsorgans - kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden wie z.B.

  • Neuritis Vestibularis (Innenohrentzündung)
    Zeigt sich im Akutstadium oft mit starkem (Dreh-)Schwindel bis hin zu Übelkeit und Erbrechen.
    In weiterer Folge (nach Abklingen der Entzündung) klagen die Patienten häufig über Gleichgewichtstörungen, Schwankschwindel und auch Oszillopsie (=Wackelbilder). 
  • Idiopathisch
    Dies bedeutet, dass keine eindeutige Ursache festzustellen ist. Im Falle von Schwindel ist die Ursache oft altersbedingt, da auch unser Gleichgewichtsorgan dem Alterungsprozess unterliegt.
  • Andere Ursachen
    Ototoxizität (Schädigung des Gleichgewichtsorgans durch Medikamente)

    Akustikusneurinom (Gutartiger Tumor auf Hörnerv)
    Autoimmunerkrankungen
    Polyneuropathie

 

Behandlung:

Um "Gleichgewicht halten zu könne" benötigen wir eine optimale Informations-Verarbeitung der folgenden 3 Systeme:

  • "Visuelles System" (Sehen)
  • "Peripheres System" (Fühlen, Wahrnehmen)
  • "Vestibuläres System" (Raumgefühl, Bewegung, Gleichgewicht)

Kann nun eines dieser Systeme nicht mehr optimal arbeiten, so gilt es das Zusammenspiel mittels speziellem Training (= VRT) auf die geänderten Umstände anzupassen.

 

Vestibuläre Migräne (Migräne Assoziierter Schwindel)

Bei der Vestibulären Migräne kann der Schwindel vor, während oder nach der Kopfschmerz-Migräne-Attacke auftreten, oder aber auch unabhängig von Kopfschmerzen als reine Schwindel-Migräne-Attacke.

Es gibt häufig einen Auslöser für die Attacke wie z.B. Lärm, zu grelles List, Stress, Schlafmangel,....

 
Behandlung:

Bei der Behandlung der Vestibulären Migräne zielt die VRT vor allem darauf ab, die PatientInnen "widerstandsfähiger" gegenüber den migräne-auslösenden Reizen zu machen und somit die Anfallshäufigkeit und -Intensität zu reduzieren.

 

Morbus Meniere

Im Innenohr gibt es 2 verschiedene Flüssigkeiten mit unterschiedlichen Zusammensetzungen (Endolymphe und Perilymphe) welche durch eine Membran (Reissner-Membran) getrennt sind. Die Flüssigkeiten sind für die Signalweiterleitung von Impulsen des Innenohres an das Gehirn zuständig.

Bei M. Meniere nimmt man an, dass es durch pathologischen Druckunterschied in diesen zwei Flüssigkeitsarealen zu kleinen, temporären Membranbrüchen/-rissen kommt. Die Flüssigkeiten vermischen sich und so kommt es zu einer veränderten Zusammensetzung und in weiterer Folge zu einer veränderten Signalweiterleitung an das Gehirn. Für den Patienten entstehen dadurch anfallsartige Symptome wie Schwindel, Ohrgeräusche und Hörstörungen.

Erst wenn diese Risse/Brüche in der Membran wieder verheilt sind und die Flüssigkeiten sich wieder "regeneriert" haben, klingen die Symptome wieder ab. 

Dieser ganze Prozess kann zwischen 20 Minuten und mehreren Tagen benötigen und somit auch der "Anfall" so lange dauern.
Bei jedem Anfall kommt es aber auch zu einer Schädigung des Innenohres wodurch z.B. das Hörvermögen und auch das Gleichgewicht zusehends reduziert wird. 

Behandlung:
Es gibt leider keine (Physio)Therapie die das Auftreten solcher Anfälle verhindern kann, doch die VRT kann dem Patienten helfen die durch die Anfälle entstehenden Schädigungen besser zu kompensieren.